Der Nikolaus mit seinen dunklen Gesellen kommt – eine Tradition, die in Berchtesgaden Tausende anzieht.
Es ist ein stilles Geheimnis im Berchtesgadener Talkessel: Am 5. und 6. Dezember kommt der Nikolaus, begleitet von Engelchen und Krampussen. Sie ziehen zwei Tage lang durch die Alpendörfer.
Das Besondere: Die Krampusse des Gebirgsjägerbataillons 32 in Bischofswiesen eröffnen die Läufe.
Punkt 14 Uhr laufen sie aus der Kaserne in der Strub aus. Begleitet von Tausenden Zuschauern geht ihr Lauf hinauf in den Berchtesgadener Markt, wo er am Schlossplatz endet.
Erst wenn sie ausgelaufen sind, laufen auch die anderen Gruppen aus ihren Höhlen, Ställen und anderen Orten, an denen sie eingebunden werden, aus.
In einer Krampusgruppe dürfen in Bayern nur unverheiratete Männer laufen, die mindestens 16 Jahre alt sind.
Die erfahrenen „Alten Krampusse” laufen als „Gankerl” mit wenigen Glocken, sind sehr schnell und wendig und sorgen dafür, dass die Gruppe zusammenbleibt. Sie unterstützen die anderen Krampusse.
Für Berchtesgaden heißt es am 5. und 6. Dezember Ausnahmezustand, denn es kommen sogar Reisebusse extra aus ganz Deutschland nur für das Event angereist. So zählte man nicht selten bis zu 60 Reisebusse, die Tagestouristen in den Ort brachten, an beiden Tagen.
Krampusse sind aber nicht alle gleich. So unterscheidet man zwischen dem normalen Krampus, der in Fell gekleidet ist und eine Fellmaske mit Hörnern trägt, dem Krampus, der in Fell und ein wenig Stroh gehüllt ist und eine Holzmaske trägt (Loave), dem Buttnmandl, der völlig in Stroh eingebunden ist und eine Holzmaske trägt, und dem Gankerl, der eine Fellmaske und Fell, jedoch kleine Glocken trägt.
Die Glocken der anderen sind zum Teil 60 cm groß und wiegen zusammen bis zu 30 kg.
Die Krampusse tragen dann Weiden- oder Haselnussrouten bei sich, mit denen sie die Menschen streicheln. Ursprünglich diente dies dazu, böse Geister zu verscheuchen und einen Streich sollte für Fruchtbarkeit sorgen. Leider kam es in den Jahren dieses sehr alten Brauchtums auch sehr oft zu Schlägereien, bei denen die Krampusse wild drauflos schlugen. Deshalb gibt es heute ein Alkoholverbot. Außerdem muss jeder Krampus bei der Polizei gemeldet sein, um im Ernstfall ermittelt werden zu können.
Glücklicherweise sind solche Vorfälle sehr selten geworden, aber manche Zuschauer gehen auch von sich aus aggressiv gegen die Krampusse vor.
Impressionen aus Berchtesgaden gibt es hier.
Bericht: AKTIVNEWS_DE_01_001
Fotos: AKTIVNEWS_DE_01_001
Video: DE_01_001
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